Nachhaltigkeit – was ist das?

Der Begriff „Nachhaltigkeit“ hat seinen etymologischen Ursprung als ressourcenökonomisches Prinzip in der Forstwirtschaft im 18. Jahrhundert. Die Holzknappheit für die Bergwerksverbauung in der Silberstadt Freiberg (Sachsen) veranlassten den adeligen Forstmann Hans Carl von Carlowitz (1625-1714) zur Erarbeitung eines „Nachhaltigkeitskonzepts“ zur dauerhaften Bereitstellung ausreichender Holzmengen für den Silberbergbau. In seinem Werk „Sylvicultura Oeconomica“ von 1713 schrieb er, dass nur so viel Holz geschlagen werden solle, wie nachwachsen könne und definierte damit die „nachhaltende Nutzung“ des Holzes.

270 Jahre später setzte sich erstmal global eine Organisation (World Commission on Environment and Development (WCED)) mit dem Begriff der Nachhaltigkeit auseinander. Ziel war die internationale Diskussion zur globalen Umwelt- und Entwicklungspolitik voranzutreiben. Den Vorsitz führte die norwegische Ministerpräsidentin Gro Harlem Brundtland, die zugleich Namensgeberin des Abschlussberichts von 1987 ist. Der Bericht kombinierte zentrale Problematiken wie Bevölkerungswachstum, Umweltverschmutzung, Verschuldung oder Armut, die zu einer möglichen Lösung des globalen Gesamtproblems führen und entwickelte so die erstmalige Definition eines Leitbilds einer nachhaltigen Entwicklung:

„Humanity has the ability to make development sustainable to ensure that it meets the needs of the present without compromising the ability of future generations to meet their own needs." (Brundtland-Bericht 1987)

Auf heutige Sicht übertragen, bedeutet nachhaltige Entwicklung folglich, dass den Bedürfnissen der heutigen Generation entsprochen wird, ohne gleichzeitig zu gefährden, dass die künftigen Generationen ihre Bedürfnisse nicht befriedigen können.

Wesentlicher Unterschied der beiden Begrifflichkeiten „Nachhaltigkeit“ und „Nachhaltige Entwicklung“ ist: „Nachhaltigkeit“ beschreibt ein ressourcenökonomisches Prinzip, das sich als System selbst beständig fortsetzt. Aufgrund des menschlichen Handelns stößt die natürliche Regenerationsfähigkeit des Systems heute zunehmend an seine Grenzen. Nachhaltige Entwicklung hingegen meint eine Bewegung, eine Veränderung und betrachtet zentrale Problematiken im Kausalgeflecht, um Nachhaltigkeit zu gewährleisten.

In diesem Zusammenhang wird Nachhaltigkeit von Unternehmen als Dreidimensionalität betrachtet, bestehend aus den drei gleichwertigen Säulen Ökonomie, Ökologie und Soziales. Für Unternehmen bedeutet Ökologie den weitsichtigen und rücksichtsvollen Umgang mit natürlichen Ressourcen und umfasst z.B. die Implementierung einer Klimaschutzstrategie oder eines Umweltmanagementsystems. Die soziale Nachhaltigkeit umfasst eine interne und externe Zieldimension als Beitrag gesellschaftlicher Verantwortung (Corporate Social Responsibility (CRS)): die Unterstützung sozialer Projekte oder der Aufbau einer Arbeitgebermarke zur Stärkung der Findung- und Bindung qualifizierte Fachkräfte. Schließlich sollte das Geschäftsmodell von Unternehmen so angelegt sein, dass es auf Dauer bestand hat und Komponenten wie Innovation, Qualität und Effizienz vereint.